BannDKP

Imperialismus - höchstes und letztes, besonderes historisches Stadium des Kapitalismus. "Diese Besonderheit ist eine dreifache: der Imperialismus ist: monopolistischer Kapitalismus; parasitärer oder faulender Kapitalismus;  sterbender Kapitalismus."
(Lenin, Bd. 23, S. 102)
...
Entstehung und Merkmale
Der Übergang vom Kapitalismus der freien Konkurrenz zum Imperialismus vollzog sich in den fortgeschrittensten kapitalistischen Staaten um die Wende vom 19. zum 20. Jh. Er erwuchs als Weiterentwicklung und direkte Fortsetzung der Grundeigenschaften des Kapitalismus. Sein bestimmender Grundzug ist die unumschränkte ökonomische und politische Herrschaft des Monopols zur Gewinnung und Sicherung von Monopolprofit. Ökonomische Hauptmerkmale des Imperialismus sind:
- Konzentration der Produktion und des Kapitals und Bildung von Monopolen, von denen jeweils wenige ganze Industriezweige beherrschen,
- Verschmelzung der Monopole in der Industrie und im Bankwesen zum Finanzkapital, Entstehung der Finanzoligarchie,
- Der Kapitalexport gewinnt gegenüber dem Warenexport vorrangige Bedeutung,
- Herausbildung internationaler Monopole und Monopolistenverbände, die die Welt unter sich in Einflusssphären und Märkte aufteilen.
Die territoriale Aufteilung der Welt unter den imperialistischen Großmächten ist abgeschlossen. Dies war der Stand am Beginn des 20.Jahrhunderts. Seitdem zeigt sich, dass der Kampf um die Neuaufteilung der Welt ein ständiges Merkmal des Imperialismus ist – die imperialistischen Hauptländer führen ihn ständig; entweder verdeckt mit ökonomischen Zwangsmaßnahmen; oder offen mit Kriegen.
Erscheinungsformen
Infolge des Wirkens des objektiven Gesetzes der ungleichmäßigen ökonomischen und politischen Entwicklung des Kapitalismus entbrennt zwischen ihnen der Kampf um die Neuaufteilung der Welt. In politischer Hinsicht bedeutet der Imperialismus Reaktion auf der ganzen Linie. Er ist bestrebt, die bürgerlich-demokratischen Rechte und Freiheiten zu beseitigen, alle demokratischen Bewegungen, insbesondere die Arbeiterbewegung, zu unterdrücken und offen diktatorische Herrschaftsformen zu errichten (siehe: Faschismus).
Eine Grundeigenschaft des Imperialismus ist seine Aggressivität. Ihre allgemeine ökonomische Ursache ist das Streben der Monopole nach Expansion, nach neuen Rohstoffquellen, Absatzmärkten, Kapitalanlagemöglichkeiten und Einflusssphären. Imperialismus und Militarismus sind untrennbar miteinander verbunden.
Wichtige Erscheinungen des Parasitismus und der Fäulnis des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium sind:
-
Tendenz der Hemmung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts, sein Missbrauch für Profitinteressen sowie für die Vorbereitung und Anzettelung von Aggressionskriegen
- Militarisierung der Wirtschaft und des gesamten gesellschaftlichen Lebens
- Anwachsen der Schicht der Rentiers und ihrer parasitären Einkommen
- Verschärfung der Überproduktionskrisen und der Währungskrise
chronische Arbeitslosigkeit, soziale Unsicherheit und schleichende Inflation
- Nichtauslastung der Produktionskapazitäten
- Verstärkung der politischen Reaktion
- tiefe moralische Krise und Verfall der Kultur
- Bestechung einer Oberschicht der Arbeiterklasse und Entwicklung des Opportunismus.
Ökonomischer Hintergrund
Durch fortschreitende Konzentration der Produktion und des Kapitals in den Monopolunternehmen und die Entwicklung des staatsmonopolistischen Kapitalismus wird die Produktion in höchstem Grade vergesellschaftet und den Profit- und Machtinteressen einer immer kleiner werdenden Schicht von Monopolkapitalisten unterworfen. Zugleich wächst die Arbeiterklasse zahlenmäßig und wird immer stärker in großen Monopolunternehmen konzentriert. Es entwickeln sich das staatsmonopolistische Eigentum an den Produktionsmitteln und die staatsmonopolistische Lenkung der Produktion. All das macht den Übergang zum Sozialismus objektiv notwendig.                                                                                                  http://www.politisches-woerterbuch.de/index.php/Imperialismus

Imperialismus ist “ ... der politische Ausdruck des Prozesses der Kapitalakkumulation in ihrem Konkurrenzkampf um die Reste des noch nicht mit Beschlag belegten nichtkapitalistischen Weltmilieus.“ (Die Akkumulation des Kapitals Rosa Luxemburg Gesammelte Werke Dietz Verlag Berlin 1985 Band 5, S.391)    „Die kapitalistische Produktion ist als echte Massenproduktion auf Abnehmer aus der bäuerlichen und Handwerkskreisen  der alten Länder sowie auf Konsumenten aller anderen Länder angewiesen, während sie ihrerseits ohne  Erzeugnisse dieser Schichten und Länder (sei es als Produktions-, sei es als Lebensmittel) technisch gar nicht auskommen kann. So musste sich von Anfang an zwischen der kapitalistischen Produktion und ihrem nichtkapitalistischen Milieu  ein Austauschverhältnis entwickeln, bei dem das Kapital sowohl die Möglichkeit fand, den eigenen Mehrwert für Zwecke weiterer Kapitalisierung in blankes Gold zu realisieren, als sich mit allerlei Waren zur Ausdehnung der eigenen Produktion zu versehen, endlich durch Zersetzung jener nichtkapitalistischen Produktionsformen immer neuen Zuzug an proletarischen Arbeitskräften zu gewinnen.(„Die Akkumulation des Kapitals oder was die Epigonen aus der Marxschen Theorie gemacht haben. Eine Antikritik Rosa Luxemburg Gesammelte Werke Dietz Verlag Berlin 1985 Band 5 S.429)

Wörterbuch

Klassiker/innen

Schulungsheft 1