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Vorwort
Im Programm unserer Partei heißt es:
„Weltanschauliche Grundlagen:
Die DKP gründet ihre Weltanschauung, Politik und ihr Organisationsverständnis auf den wissenschaftlichen Sozialismus, der von Marx, Engels und Lenin begründet wurde und ständig weiterentwickelt werden muss, damit er nicht hinter den Realitäten zurückbleibt. Sie kämpft für die freie Verbreitung des Marxismus-Leninismus. Die DKP leistet Beiträge zur wissenschaftlichen Analyse der Gesellschaft, um begründete Erkenntnisse für politisches Handeln zu gewinnen. Sie sucht dabei die Diskussion und Zusammenarbeit mit anderen marxistischen Kräften. Auf dieser Basis entwickelt die DKP ihre politische Strategie und Taktik. Als ideologische Aufgabe ersten Ranges betrachtet es die DKP, in der Arbeiterklasse Einsichten in die eigene Klassenlage und in den unversöhnlichen Gegensatz zwischen ihren Klasseninteressen und den Macht- und Profitinteressen des Großkapitals zu vermitteln und klassenmäßige Erkenntnisse zu vertiefen. Sie verbreitet die sozialistischen Ideen. Kommunistinnen und Kommunisten bringen Klassenpositionen in Gewerkschaften und gesellschaftliche Bewegungen ein. Die DKP wirkt dafür, den Einfluss der bürgerlichen Ideologie und reformistischer Positionen auf die Arbeiterklasse zurückzudrängen. Entschieden bekämpft sie Antikommunismus und Nationalismus. Unabdingbar ist die Auseinandersetzung mit rassistischen und faschistischen Positionen sowie ihren weltanschaulichen und gesellschaftlichen Ursachen. Die DKP verbindet das Bemühen um Bildung und politische Aufklärung, um die Propagierung ihrer Ziele, auf das engste mit der aktiven Unterstützung und Förderung von politischer Praxis auf dieser Grundlage.“
Ganz in diesem Sinne wollen wir den Inhalt unserer Broschüre verstanden wissen. Wir Kommunisten/innen erheben den Anspruch unsere Politik auf der Grundlage einer Gesellschaftstheorie zu entwickeln. Dies setzt voraus, dass alle Mitglieder unserer Partei über ein Mindestmaß an Wissen verfügen. Dazu soll diese Broschüre beitragen. Die in ihr enthaltenen Begriffe und Sachverhalte sind aus unserer Sicht für die Analyse der Gesellschaft und der daraus zu entwickelnden Politik unerlässlich. Ausgangspunkt für uns ist die Situation der Arbeiterklasse sowie das Verhältnis des Klassenkonflikts zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie. Neben der realen Situation ist entscheidend, wie dieser Klassenkampf in den Köpfen der Menschen widergespiegelt wird – zum einen das Klassenbewusstsein des Proletariats – und zum anderen die bürgerliche Ideologie der Bourgeoisie. Das Ziel unserer Politik besteht darin, diesen Klassenkonflikt immer weiter zu verschärfen - bis zu einem Punkt - worin der Klassenkampf in die soziale Revolution umschlägt. Wir beschäftigen uns nicht mit der Theorie der Theorie wegen, sondern um zur Entwicklung einer revolutionären Praxis beizutragen. Bürgerliche oder oberflächliche Analysen und Schemas wie das Links- Rechts, arm - reich oder unten - oben Schema sind dazu nicht geeignet.
Das Wissen selbst ist erst einmal eine sehr autoritäre Angelegenheit. Der Mensch muss es sich aneignen und über ein gewisses Maß an Grundkenntnissen verfügen, die auch jederzeit abrufbar sein sollten. Erst dann kann er oder sie sich daran machen, das Wissen weiter zu entwickeln.
Bei der Auswahl der Begriffe haben wir bewusst darauf verzichtet, im Einzelnen zu bestimmen, ob es sich bei den Begriffen um Begriffe, Definitionen oder Kategorien handelt. Immanuel Kant schreibt:
"Ohne Sinnlichkeit würde uns kein Gegenstand gegeben, und ohne Verstand keiner gedacht werden. Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind." (Kritik der reinen Vernunft). Ganz in diesem Sinne ging es uns darum, darzustellen, in welchen Sinne Begriffe verwendet werden. Hierbei haben wir uns bewusst auf Lehrbücher und Lexika aus der DDR gestützt, die wir nach wie vor in grundsätzlichen Sachen für richtig halten. Die Begriffe wurden nicht alphabetisch, sondern logisch geordnet, so dass ein Begriff sich aus dem anderen ergibt.
Der Beginn des eigenen theoretischen Denkens besteht darin, Begriffe, Definitionen und Kategorien zu beherrschen. Anderseits zeigen aber auch die Erfahrungen, dass es durchaus nicht wenige Menschen innerhalb der kommunistischen Bewegung gab und gibt, deren Wissen im einmal auswendig Gelernten bestand und besteht. In diesem Sinne stellen wir bewusst den Brief von Engels an Bloch voran. Die ständige Überprüfung und Erweiterung des eigenen Wissens sollte Anliegen jedes Kommunisten/jeder Kommunistin sein. Ebenfalls gilt es mit Hilfe des einmal erlernten Wissens die eigene Praxis ständig zu überprüfen.
Unter dem Punkt 2 haben wir einige Textpassagen zum historischen Materialismus ausgewählt. Diese halten wir für geeignet, Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit der materialistischen Geschichtsauffassung zu sein.
Unter Punkt 3 haben wir jene Literatur, die wir als Einstieg zum Weiterlesen empfehlen und die zumindest Mitglieder der DKP in vollem Wortlaut kennen sollten, zusammengefasst.
Zur Schreibweise: Bei allen Begriffen, die aus den Wörterbüchern der DDR übernommen worden sind sowie den Texten der Klassiker wurde die alte Schreibweise beibehalten.
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